Welche Haltung haben die vereinten Nationen (UN) zum Thema Prostitution?

Die Haltung der Vereinten Nationen (UN) zum Thema Prostitution ist nicht einheitlich und variiert je nach Unterorganisation und Perspektive auf das Thema. Hier sind einige der wichtigsten Positionen und Perspektiven innerhalb der UN:

Der Menschenrechtsansatz der Vereinten Nationen (UN) zum Thema Prostitution konzentriert sich darauf, die Rechte und Würde von Personen, die in der Sexarbeit tätig sind, zu schützen und zu fördern. Hier sind einige detailliertere Aspekte und Positionen innerhalb dieses Ansatzes:

  • Schutz vor Gewalt und Diskriminierung: UN Women betont die Notwendigkeit, Sexarbeiter*innen vor Gewalt, Ausbeutung und Diskriminierung zu schützen. Dies schließt sowohl physische als auch psychische Gewalt ein, die häufig von Kunden, Zuhältern oder sogar Behörden ausgeübt wird.
  • Rechte und Würde: UN Women plädiert dafür, dass Sexarbeiterinnen als Rechteinhaberinnen betrachtet werden müssen. Dies bedeutet, dass ihre Menschenrechte anerkannt und respektiert werden sollten, unabhängig davon, ob Prostitution legal oder illegal ist.
  • Entkriminalisierung: Es wird oft argumentiert, dass die Kriminalisierung von Prostitution die Marginalisierung und Stigmatisierung von Sexarbeiter*innen verstärkt und sie anfälliger für Gewalt und Ausbeutung macht. Eine Entkriminalisierung würde dazu beitragen, diese negativen Auswirkungen zu verringern und die Rechte der Betroffenen zu schützen.

Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen

  • Berichtspflichten: Die Menschenrechtskommission fordert Staaten auf, regelmäßig über die Situation von Sexarbeiter*innen in ihren Ländern zu berichten und Maßnahmen zu ergreifen, um deren Rechte zu schützen.
  • Anti-Diskriminierungsmaßnahmen: Die Kommission hebt hervor, dass Diskriminierung gegen Sexarbeiter*innen auf allen Ebenen bekämpft werden muss. Dies schließt den Zugang zu Gesundheitsdiensten, sozialer Sicherheit, Bildung und rechtlichem Schutz ein.
  • Empowerment und Partizipation: Es wird darauf hingewiesen, dass Sexarbeiter*innen in Entscheidungsprozesse einbezogen werden sollten, die ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen betreffen. Dies fördert nicht nur ihre Rechte, sondern auch ihre Selbstbestimmung und Teilhabe an der Gesellschaft.

Spezielle Berichterstatter*innen

  • Berichterstatter*in über Menschenhandel: Diese Position konzentriert sich auf die Bekämpfung des Menschenhandels, insbesondere von Frauen und Kindern. Der Schwerpunkt liegt darauf, Opfer von Menschenhandel zu identifizieren und ihnen Schutz und Unterstützung zu bieten, einschließlich derjenigen, die zur Prostitution gezwungen wurden.
  • Berichterstatter*in über Gewalt gegen Frauen: Diese Berichterstatterinnen untersuchen Formen von Gewalt, denen Frauen weltweit ausgesetzt sind, einschließlich der Gewalt gegen Sexarbeiterinnen. Sie fordern Maßnahmen zum Schutz und zur Unterstützung dieser Frauen sowie zur Prävention solcher Gewalt.

Internationale Abkommen und Konventionen

  • CEDAW (Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau): Dieses Abkommen betont die Notwendigkeit, jede Form der Diskriminierung von Frauen, einschließlich Sexarbeiter*innen, zu beseitigen. Staaten, die dieses Abkommen unterzeichnet haben, sind verpflichtet, Maßnahmen zu ergreifen, um Frauen vor Diskriminierung und Gewalt zu schützen.
  • ICCPR (Internationaler Pakt über bürgerliche und politische Rechte) und ICESCR (Internationaler Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte): Diese Abkommen verpflichten die Mitgliedstaaten, die Rechte aller Menschen, einschließlich der Sexarbeiter*innen, zu respektieren, zu schützen und zu gewährleisten.

Zusammengefasst verfolgt der Menschenrechtsansatz der UN zum Thema Prostitution das Ziel, die Rechte, Würde und Sicherheit von Sexarbeiter*innen zu schützen und zu fördern. Dies geschieht durch rechtliche Rahmenbedingungen, Anti-Diskriminierungsmaßnahmen, Berichterstattungspflichten und die Einbeziehung der Betroffenen in Entscheidungsprozesse.

Der Gesundheitsansatz der Vereinten Nationen (UN) zum Thema Prostitution konzentriert sich darauf, die Gesundheit und das Wohlbefinden von Sexarbeiter*innen zu fördern und die Verbreitung von sexuell übertragbaren Infektionen (STIs), einschließlich HIV/AIDS, zu verhindern. Hier sind detaillierte Aspekte und Positionen innerhalb dieses Ansatzes:

Weltgesundheitsorganisation (WHO)

  • Zugang zu Gesundheitsdiensten: Die WHO betont, dass Sexarbeiter*innen Zugang zu umfassenden Gesundheitsdiensten haben müssen. Dies schließt regelmäßige Untersuchungen, HIV-Tests, Präventions- und Behandlungsdienste für sexuell übertragbare Infektionen, psychische Gesundheitsdienste und reproduktive Gesundheitsdienste ein.
  • Schutz vor Gewalt: Gewalt gegen Sexarbeiter*innen wird als erhebliches Gesundheitsrisiko angesehen. Die WHO fordert Maßnahmen, um Gewalt zu verhindern und den Zugang zu medizinischer und psychologischer Unterstützung für Opfer von Gewalt zu gewährleisten.
  • Gesundheitsfördernde Programme: Die WHO unterstützt die Entwicklung und Umsetzung von Programmen, die speziell auf die Gesundheitsbedürfnisse von Sexarbeiter*innen zugeschnitten sind. Dazu gehören Bildungs- und Sensibilisierungsprogramme, die Informationen über Safer Sex, die Verwendung von Kondomen und die Bedeutung regelmäßiger Gesundheitschecks vermitteln.

UNAIDS (Gemeinsames Programm der Vereinten Nationen zu HIV/AIDS)

  • Entkriminalisierung von Prostitution: UNAIDS argumentiert, dass die Entkriminalisierung der Prostitution dazu beiträgt, die Gesundheit und Sicherheit von Sexarbeiter*innen zu verbessern. Kriminalisierung führt oft zu Stigmatisierung und Diskriminierung, was den Zugang zu Gesundheitsdiensten erschwert und die Präventionsmaßnahmen behindert.
  • Community-basierte Ansätze: UNAIDS fördert Ansätze, bei denen Sexarbeiter*innen aktiv in die Gestaltung und Umsetzung von Gesundheitsprogrammen einbezogen werden. Dies stärkt das Vertrauen und die Akzeptanz dieser Programme innerhalb der Gemeinschaft.
  • Prävention und Behandlung von HIV/AIDS: UNAIDS setzt sich für den Zugang zu Präventionsmaßnahmen wie Prä-Expositions-Prophylaxe (PrEP), Post-Expositions-Prophylaxe (PEP) und antiretroviralen Therapien (ART) ein. Auch die Bereitstellung von Kondomen und Gleitmitteln ist ein zentraler Bestandteil der HIV-Präventionsstrategie.

UNFPA (Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen)

  • Sexuelle und reproduktive Gesundheit: UNFPA legt besonderen Wert auf die sexuelle und reproduktive Gesundheit von Sexarbeiter*innen. Dies umfasst den Zugang zu Verhütungsmitteln, Schwangerschaftsberatung und -versorgung sowie die Behandlung von sexuell übertragbaren Infektionen.
  • Aufklärung und Empowerment: UNFPA unterstützt Programme zur Aufklärung und zum Empowerment von Sexarbeiter*innen, um ihnen zu helfen, informierte Entscheidungen über ihre Gesundheit zu treffen und ihre Rechte zu kennen.

Zusammenarbeit und Netzwerke

  • Multi-Sektorale Ansätze: Die UN-Organisationen arbeiten häufig mit Regierungen, Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und Gemeinschaftsorganisationen zusammen, um umfassende Gesundheitsdienste für Sexarbeiter*innen bereitzustellen. Dies beinhaltet die Integration von Gesundheits-, Sozial- und Rechtsdiensten, um eine ganzheitliche Unterstützung zu bieten.
  • Forschung und Daten: Die UN fördert die Sammlung und Analyse von Daten zur Gesundheit von Sexarbeiter*innen, um evidenzbasierte Programme und politische Maßnahmen zu entwickeln. Forschungsergebnisse werden genutzt, um best practices zu identifizieren und die Gesundheitsdienste kontinuierlich zu verbessern.

Prinzipien des Gesundheitsansatzes

  • Nicht-Diskriminierung: Alle Gesundheitsdienste müssen diskriminierungsfrei zugänglich sein. Sexarbeiter*innen sollten nicht aufgrund ihres Berufs diskriminiert oder stigmatisiert werden.
  • Freiwilligkeit und Autonomie: Sexarbeiter*innen sollten das Recht haben, freiwillig und autonom über ihre Gesundheitsversorgung zu entscheiden. Zwangstests oder Behandlungen sind unzulässig.
  • Vertraulichkeit: Der Schutz der Privatsphäre und Vertraulichkeit der Gesundheitsinformationen von Sexarbeiter*innen ist von entscheidender Bedeutung.

Zusammengefasst zielt der Gesundheitsansatz der UN darauf ab, die gesundheitlichen Bedürfnisse von Sexarbeiter*innen zu adressieren, indem der Zugang zu umfassenden Gesundheitsdiensten verbessert, Gewaltprävention und -schutz gewährleistet und Stigmatisierung sowie Diskriminierung bekämpft werden. Dabei werden evidenzbasierte und menschenrechtsorientierte Strategien verfolgt.

Der Kriminalitäts- und Sicherheitsansatz der Vereinten Nationen (UN) zum Thema Prostitution konzentriert sich auf die Bekämpfung von Menschenhandel und Zwangsprostitution sowie auf die Sicherheit und den Schutz von Sexarbeiter*innen vor kriminellen Aktivitäten. Hier sind detailliertere Aspekte und Positionen innerhalb dieses Ansatzes:

Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC)

  • Bekämpfung von Menschenhandel: UNODC spielt eine zentrale Rolle bei der Bekämpfung des Menschenhandels, insbesondere des Handels zur sexuellen Ausbeutung. Das Büro entwickelt Richtlinien und Programme zur Prävention von Menschenhandel, zum Schutz der Opfer und zur Strafverfolgung der Täter.
  • Palermo-Protokoll: Das Protokoll zur Verhütung, Bekämpfung und Bestrafung des Menschenhandels, insbesondere von Frauen und Kindern, auch als Palermo-Protokoll bekannt, ist ein wesentlicher Bestandteil der UN-Bemühungen. Es fordert die Staaten auf, Maßnahmen zu ergreifen, um Menschenhandel zu verhindern, Opfer zu schützen und zu unterstützen und die Verantwortlichen strafrechtlich zu verfolgen.
  • Internationale Zusammenarbeit: UNODC fördert die internationale Zusammenarbeit zwischen Staaten, um grenzüberschreitenden Menschenhandel effektiver zu bekämpfen. Dies umfasst den Austausch von Informationen, gemeinsame Ermittlungen und die rechtliche Unterstützung bei der Strafverfolgung.

Sicherheitsmaßnahmen

  • Schutzprogramme für Opfer: Die UN setzt sich für die Einrichtung von Schutzprogrammen ein, die den Opfern von Menschenhandel und Zwangsprostitution Sicherheit bieten. Dazu gehören sichere Unterkünfte, medizinische und psychologische Betreuung sowie rechtliche Unterstützung.
  • Ausbildung und Sensibilisierung: UNODC und andere UN-Organisationen bieten Schulungen für Strafverfolgungsbehörden, Justizsysteme und Grenzschutzbeamte an, um das Bewusstsein für Menschenhandel zu schärfen und die Fähigkeiten zur Identifizierung und Unterstützung von Opfern zu verbessern.
  • Sicherheitsnetze für Sexarbeiter*innen: Um die Sicherheit von Sexarbeiter*innen zu gewährleisten, wird die Schaffung von Netzwerken und Gemeinschaftsstrukturen gefördert, die ihnen Schutz und Unterstützung bieten. Dies kann durch Hotlines, Notunterkünfte und Outreach-Programme geschehen.

Prävention und Bekämpfung von Zwangsprostitution

  • Gesetzgebung: Die UN ermutigt die Mitgliedstaaten, Gesetze zu verabschieden und durchzusetzen, die Zwangsprostitution kriminalisieren und die Rechte der Opfer schützen. Dabei wird betont, dass die Bestrafung der Täter und nicht der Opfer im Vordergrund stehen sollte.
  • Sozioökonomische Maßnahmen: Die Prävention von Zwangsprostitution erfordert auch Maßnahmen zur Bekämpfung der Ursachen, wie Armut, fehlende Bildungs- und Arbeitsmöglichkeiten und geschlechtsspezifische Ungleichheiten. Die UN fördert Programme, die die wirtschaftliche und soziale Lage von gefährdeten Gruppen verbessern.

Daten und Forschung

  • Erhebung und Analyse von Daten: Um wirksame Strategien zur Bekämpfung von Menschenhandel und Zwangsprostitution zu entwickeln, unterstützt die UN die Sammlung und Analyse von Daten. Dies hilft dabei, das Ausmaß des Problems besser zu verstehen und gezielte Maßnahmen zu ergreifen.
  • Berichte und Studien: UNODC veröffentlicht regelmäßig Berichte und Studien, die die aktuellen Trends und Herausforderungen im Bereich des Menschenhandels und der Zwangsprostitution beleuchten. Diese Veröffentlichungen dienen als Grundlage für politische Entscheidungen und internationale Maßnahmen.

Prinzipien des Kriminalitäts- und Sicherheitsansatzes

  • Opferzentrierter Ansatz: Im Mittelpunkt der UN-Bemühungen steht der Schutz und die Unterstützung der Opfer von Menschenhandel und Zwangsprostitution. Alle Maßnahmen und Programme sollen darauf abzielen, die Rechte und das Wohlbefinden der Betroffenen zu gewährleisten.
  • Rechtliche und soziale Unterstützung: Opfer von Menschenhandel und Zwangsprostitution sollen Zugang zu rechtlicher und sozialer Unterstützung haben, um ihnen bei der Bewältigung ihrer traumatischen Erfahrungen und der Reintegration in die Gesellschaft zu helfen.
  • Strafverfolgung und Gerechtigkeit: Die UN betont die Notwendigkeit einer wirksamen Strafverfolgung von Menschenhändlern und Profiteuren der Zwangsprostitution. Dabei wird darauf geachtet, dass die Menschenrechte der Betroffenen gewahrt bleiben und sie nicht erneut viktimisiert werden.

Zusammengefasst zielt der Kriminalitäts- und Sicherheitsansatz der UN darauf ab, Menschenhandel und Zwangsprostitution zu bekämpfen, die Opfer zu schützen und die Täter strafrechtlich zu verfolgen. Dabei wird ein umfassender Ansatz verfolgt, der Prävention, Schutz, Unterstützung und internationale Zusammenarbeit umfasst.

Der Gleichstellungsperspektive der Vereinten Nationen (UN) zum Thema Prostitution legt den Schwerpunkt darauf, die zugrunde liegenden Ursachen der Ungleichheit und Diskriminierung zu bekämpfen, die Frauen und Mädchen in die Prostitution treiben können. Diese Perspektive setzt sich für die Schaffung von Bedingungen ein, die die Gleichstellung der Geschlechter fördern und die wirtschaftlichen und sozialen Rechte von Frauen stärken. Hier sind einige detaillierte Aspekte und Positionen innerhalb dieses Ansatzes:

UN Women und Gleichstellung der Geschlechter

  • Bekämpfung von Geschlechterungleichheit: UN Women betont die Notwendigkeit, die systemischen Ungleichheiten anzugehen, die Frauen und Mädchen in die Prostitution treiben können. Dies schließt den Zugang zu Bildung, Beschäftigung und wirtschaftlichen Möglichkeiten ein.
  • Empowerment von Frauen: Programme und Initiativen zur Stärkung der wirtschaftlichen und sozialen Stellung von Frauen werden gefördert, um ihnen alternative Einkommensmöglichkeiten und wirtschaftliche Unabhängigkeit zu bieten. Dies kann durch Ausbildungsprogramme, Zugang zu Mikrokrediten und Unterstützung bei der Unternehmensgründung geschehen.
  • Geschlechterspezifische Gewalt: Die UN setzt sich für die Bekämpfung von geschlechterspezifischer Gewalt ein, die ein wesentlicher Faktor ist, der Frauen in die Prostitution zwingen kann. Schutzmaßnahmen und Unterstützungsdienste für Opfer von häuslicher Gewalt und sexueller Ausbeutung werden gefördert.

Bildung und berufliche Chancen

  • Zugang zu Bildung: Ein zentraler Aspekt der Gleichstellungsperspektive ist der Zugang zu qualitativ hochwertiger Bildung für Mädchen und Frauen. Bildung wird als Schlüssel betrachtet, um Frauen und Mädchen aus Armut und Abhängigkeit zu befreien und ihnen die Möglichkeit zu geben, ein selbstbestimmtes Leben zu führen.
  • Berufliche Ausbildung und Weiterbildung: Die UN fördert berufliche Ausbildungsprogramme, die Frauen helfen, neue Fähigkeiten zu erlernen und sich auf dem Arbeitsmarkt zu behaupten. Dies umfasst auch Initiativen zur Förderung von Frauen in nicht-traditionellen Berufen und Branchen.

Sozioökonomische Unterstützung

  • Armutsbekämpfung: Maßnahmen zur Armutsbekämpfung sind zentral, um die wirtschaftlichen Ursachen von Prostitution zu adressieren. Dies kann durch Sozialschutzsysteme, Unterstützung für alleinerziehende Mütter und Maßnahmen zur Einkommenssicherung erreicht werden.
  • Soziale Dienste: Der Zugang zu sozialen Diensten wie Gesundheitsversorgung, Kinderbetreuung und Wohnungsunterstützung ist wichtig, um Frauen in prekären Lebenssituationen zu unterstützen und ihre Abhängigkeit von Prostitution zu verringern.

Politische und rechtliche Maßnahmen

  • Gleichstellungspolitiken: Die UN ermutigt Regierungen, Gesetze und Politiken zu verabschieden, die die Gleichstellung der Geschlechter fördern und die Rechte von Frauen schützen. Dies umfasst auch Anti-Diskriminierungsgesetze und Maßnahmen zur Förderung von Frauen in Führungspositionen.
  • Rechtsreformen: Die UN setzt sich für Rechtsreformen ein, die sicherstellen, dass die Rechte von Sexarbeiter*innen geschützt werden und sie nicht kriminalisiert oder stigmatisiert werden. Gleichzeitig wird darauf geachtet, dass Gesetze gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution streng durchgesetzt werden.

Partizipation und Einbindung

  • Einbeziehung von Frauenorganisationen: Frauenorganisationen und Netzwerke von Sexarbeiter*innen werden in die Entwicklung und Umsetzung von Programmen und Politiken einbezogen, die ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen betreffen. Dies fördert die Partizipation und stellt sicher, dass die Maßnahmen ihren tatsächlichen Bedürfnissen entsprechen.
  • Bewusstseinsbildung: Die UN fördert Kampagnen zur Bewusstseinsbildung, die die Öffentlichkeit über die Rechte von Sexarbeiter*innen und die Notwendigkeit der Gleichstellung der Geschlechter informieren. Diese Kampagnen zielen darauf ab, Stigmatisierung und Diskriminierung abzubauen und die gesellschaftliche Unterstützung für Gleichstellungsmaßnahmen zu stärken.

Prinzipien der Gleichstellungsperspektive

  • Nicht-Diskriminierung: Alle Maßnahmen zur Förderung der Gleichstellung der Geschlechter müssen die Prinzipien der Nicht-Diskriminierung und der Gleichbehandlung berücksichtigen. Dies gilt insbesondere für Frauen, die in der Prostitution tätig sind.
  • Selbstbestimmung und Autonomie: Die Förderung der Selbstbestimmung und Autonomie von Frauen ist ein zentrales Anliegen. Frauen sollen in der Lage sein, frei und ohne Zwang über ihr Leben und ihre Arbeit zu entscheiden.
  • Intersektionalität: Die UN berücksichtigt die vielfältigen Formen von Diskriminierung, denen Frauen ausgesetzt sein können, einschließlich Rasse, ethnischer Zugehörigkeit, sozialer Herkunft und sexueller Orientierung. Maßnahmen zur Förderung der Gleichstellung müssen diese intersektionalen Dimensionen berücksichtigen.

Zusammengefasst zielt die Gleichstellungsperspektive der UN darauf ab, die strukturellen und systemischen Ursachen der Ungleichheit zu bekämpfen, die Frauen in die Prostitution treiben können. Durch Maßnahmen zur wirtschaftlichen und sozialen Stärkung von Frauen, den Zugang zu Bildung und beruflichen Chancen sowie durch rechtliche und politische Reformen soll die Gleichstellung der Geschlechter gefördert und die Rechte und Würde von Frauen geschützt werden.