|
Die diesjährige Preisträgerin der Otto-Hahn-Friedensmedaille in Gold ist die 1944 in Ballina/Irland geborene, Mary Robinson. Nach Sandro Pertini, Michail Gorbatschow, Simon Wiesenthal, Sir Karl R. Popper, Hans Koschnick, Lord Yehudi Menuhin, Gerd Ruge und Miriam Makeba ist Mary Robinson die neunte Persönlichkeit, die mit der Otto-Hahn Friedensmedaille geehrt wurde.
Mary Robinson war die erste Frau, die das Amt des irischen Präsidenten bekleidete. Als erstes Staatsoberhaupt besuchte die engagierte Menschenrechtlerin das hungernde Somalia und das vom Völkermord heimgesuchte Land Ruanda. Während ihrer 20-jährigen Amtszeit als Senatorin im Irischen Parlament setzte sich Mary Robinson insbesondere für die Rechte von Minderheiten und Frauen ein und versuchte über die europäischen Gerichtshöfe eine Liberalisierung und Modernisierung des erstarrten irischen Rechtssystems zu erreichen.
Die Wahl der Preisträgerin begründete Frau Dr. Kalb wie folgt: "Mary Robinson erhält diese hohe Auszeichnung für herausragende Verdienste um Frieden und Völkerverständigung, insbesondere für ihre von hohen humanitären Idealen geprägte Staatsführung und ihren unablässigen und mutigen Einsatz zur weltweiten Durchsetzung und Verteidigung der Menschenrechte."
Mit nur 25 Jahren wurde die studierte Juristin, die in Dublin und Harvard ausgebildet wurde, Juraprofessorin am Trinity College, Dublin. Der Öffentlichkeit ist Mary Robinson besonders im Gedächtnis geblieben als Hochkommissarin für Menschenrechte der Vereinten Nationen und Präsidentin Irlands (1990-1997). Internationale Anerkennung erhielt sie für die konsequente Reform des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte. Mit der Reform setzte sie die Menschenrechtsfrage als integralen Bestanteil der UN-Politik durch. Sie prangerte Menschenrechtsverletzungen in zahlreichen Ländern an.
Nach Beendigung ihres UN-Mandats, leitete Mary Robinson seit Anfang 2003 in New York das Projekt "Ethical Globalization Initiative", welches sich mit der Erarbeitung von Richtlinien internationaler Menschenrechtslinien für den Globalisierungsprozess beschäftigt.
Eröffnet wurde der Festakt am 19. Januar 2004 im Atrium der Deutschen Bank von der Vorsitzenden des LV Berlin-Brandenburg, Dr. Christine Kalb. Die Vorsitzende des Bundestags-Ausschusses für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe, Christa Nickels hielt die Laudatio für Mary Robinson. Im Anschluss überreichte der Regierende Bürgermeister von Berlin Klaus Wowereit Frau Robinson unter Standing Ovations der Gäste die Otto-Hahn Friedensmedaille.
|