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Die Biographie von Lord Yehudi Menuhin

Yehudi Menuhin wurde 1916 in New York als Sohn russisch-jüdischer Einwanderer geboren. Im Alter von fünf Jahren erhielt er ersten Geigenunterricht von Sigmund Anker und begann bald darauf sein Geigenstudium bei Louis Persinger. Darauf folgten Studienjahre bei Georges Enescu in Paris und Rumänien und bei Adolf Busch in Basel. Als Siebenjähriger gab er sein Debut in San Francisco, ein Jahr später in New York, und noch vor seinem 13. Geburtstag hatten auch die sensationellen Debuts in Paris, Berlin und London stattgefunden. Somit begann eine Karriere, die ihn während der folgenden Jahrzehnte um die ganze Welt führte und mit den weltbesten Orchestern und Dirigenten auftreten ließ. Nicht nur als großer Musiker, sondern auch als engagierter Humanist machte er sich in dieser Zeit einen Namen.

1952, bei seinem ersten Indienbesuch auf Einladung von Premierminister Pandit Nehru, traf er Ravi Shankar und entwickelte eine tiefe Bewunderung für ihn und für die indische Musik. Bald gaben die beiden Künstler zusammen zahlreiche Konzerte und machten Schallplattenaufnahmen, deren Verkaufszahlen in die Millionen gingen. 1960 wurde Yehudi Menuhin der Nehru-Friedenspreis verliehen, 1979 erhielt er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, und 1992 ernannte ihn die UNESCO zum Botschafter des Guten Willens. Sein Engagement für die Vereinten Nationen begann jedoch schon 1945 mit einem Konzert anläßlich der Unterzeichnung der Charta der Vereinten Nationen in San Francisco.

Musik anderer Art brachte seine Zusammenarbeit und Freundschaft mit dem berühmten und von Yehudi Menuhin so geschätzten Jazzgeiger Stéphane Grapelli. Es folgten Konzerte, Fernsehaufnahmen und Schallplatten, die jahrzehntelang ein zahlreiches und begeistertes Publikum erreichten.

Viele der über 500 Konzerte, die Yehudi Menuhin während des zweiten Weltkrieges für die Soldaten an den Fronten gegeben hatte, entstammten seiner eigenen Initiative, was bedeutete, daß er mehrere Male im Rumpf eines Bombers kauernd den Atlantik überflog. In Anerkennung dieses Einsatzes wurden ihm viele Auszeichnungen verliehen, so unter anderem der Orden der Légion d’honneur von Frankreich, das Bundesverdienstkreuz und der Leopold Orden von Belgien. Die Königin von England erhob ihn in den Ritterstand und verlieh ihm den Order of Merit. 1993 wurde er in den Adelsstand erhoben und ist seitdem Mitglied des britischen Oberhauses. Yehudi Menuhin besitzt die Ehrendoktortitel von über 30 Universitäten, ist Ehrenbürger der Städte Edinburgh, Bath, Reims und Warschau, und zudem verliehen ihm die Städte New York, Jerusalem, Paris, Wien und Berlin Ehrenmedaillen. Menuhin war der erste Vertreter aus dem westlichen Kulturkreis, der in Anerkennung seiner Konzerte in China und seiner Bemühungen, jungen chinesischen Geigern das Studium im Westen zu ermöglichen, vom Beijing Konservatorium zum Ehrenprofessor ernannt wurde.

Groß ist auch der Einsatz Yehudi Menuhins für den künstlerischen Nachwuchs: so gründete er 1963 die Yehudi Menuhin School in Südengland. 1977 rief er Live Music Now ins Leben, eine Wohltätigkeitseinrichtung, in deren Rahmen talentierte junge Musiker Konzerte in Krankenhäusern, Alters- und Kinderheimen, Schulen und Gefängnissen geben. Im gleichen Jahr gründete er die International Menuhin Music Academy für junge graduierte Streicher in Gstaad, wo von 1956-1996 jährlich seine Sommerfestspiele stattfanden.

Yehudi Menuhin begann seine zweite Karriere, die des Dirigenten, während seiner zehnjährigen Tätigkeit als Direktor des Bath Festivals, dessen Orchester er gründete. Inzwischen hat er viele der bekanntesten Orchester dirigiert, so unter anderem die Berliner Philharmoniker, die Dresdener Philharmonie, das Zürcher Tonhalle-Orchester, das English Chamber Orchestra, das Orchestre Nationale de France und das Orchestre de Paris. Er ist Präsident und Dirigent des Royal Philharmonic Orchestra, Erster Gastdirigent der Sinfonia Varsovia und Ehrendirigent des English String Orchestra.



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