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Vorwort
Die Berliner Otto-Hahn-Friedensmedaille erinnert in erster Linie nicht an die naturwissenschaftlichen Leistungen des Namensgebers, sondern an seine friedenspolitischen Aktivitäten nach dem Zweiten Weltkrieg. Auslösender Faktor dafür war die Zündung der ersten Atombombe über Hiroshima. Bereits seit 1946 hat Otto Hahn aktiv an den Diskussionen um die atomare Aufrüstung teilgenommen. Sein ganzes weiteres Leben setzte sich Otto Hahn, auch gemeinsam mit anderen Wissenschaftlern im In- und Ausland, vehement gegen die militärische Nutzung der Kernenergie ein. Dabei wurden Modelle einer Weltregierung ebenso diskutiert wie die Schaffung von Kontrollorganen im Rahmen der Vereinten Nationen. Schließlich mündete der Kampf gegen die Atomwaffen zumindest in langfristig angelegte Bemühungen um Rüstungskontrolle und Abrüstung. Die Vereinten Nationen und die Weltöffentlichkeit sowie die vielen für Menschenrechte und Frieden eintretenden Nicht-Regierungsorganisationen wurden zu den Trägern der langfristigen Bemühungen.
Dieses immerwährende Bemühen um Frieden und Völkerverständigung verbindet auch den diesjährigen Preisträger der Otto-Hahn-Friedensmedaille, Lord Yehudi Menuhin, mit den bisher ausgezeichneten Persönlichkeiten Sandro Pertini, Michail Gorbatschow, Simon Wiesenthal, Sir Karl R. Popper und Hans Koschnik. Gemäß den Statuten wird die Otto-Hahn-Friedensmedaille an Persönlichkeiten verliehen, die sich „im kulturellen, wissenschaftlichen, journalistischen, politischen oder wirtschaftlichen Bereich hervorragende Verdienste um die Förderung des Friedens erworben haben".
Lord Menuhin erhält die Medaille für den unbeirrbaren und lebenslangen Einsatz seiner Person und seines gesamten künstlerischen Lebens für Frieden und Völkerverständigung. Sein Leben ist geprägt von der Überzeugung, daß die Musik eine unter allen Umständen friedensstiftende Macht ist. Sein Engagement für die Entwicklung der Weltgesellschaft, auch im Rahmen der Vereinten Nationen, datiert bereits aus deren allerersten Tagen, und setzt sich bis zum heutigen Tage fort. Lord Menuhin gibt uns als ein Vertreter eines heute nahezu ausgestorbenen Humanismus ein großartiges Beispiel, wie man sich als Individuum systemübergreifend für eine globale Friedensordnung im Rahmen der Weltgesellschaft einsetzen kann.
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